Montag, 27. März 2017

Über Sprache, Gender und Antifeminismus

Über geschlechtergerechte Sprache wurde und wird regelmäßig sehr viel geschrieben. Meiner Meinung nach ist sie ein essenzieller unverzichtbarer Teil, wenn es ums Sichtbarmachen von uns Frauen geht. Somit ist sie auch absolut nötig auf dem Weg zur Gleichstellung. Wir dürfen nicht mehr nur "mitgemeint" sein, wir müssen miterwähnt werden. Das hab ich mir als Frau, das haben sich alle Frauen einfach verdient, nicht nur mitgemeint, sondern angesprochen zu werden. Denn Sprache schafft Bewusstsein und Denken, die Grenzen von Sprache sind die Grenzen der Welt bzw. des Bewusstseins (frei nach Wittgenstein). Man kann nicht sprachlos denken.
Nicht zuletzt ist das ein Zeichen von Höflichkeit und Respekt uns allen gegenüber. Aber dass wir diesbezüglich leider noch einen weiten breiten Weg vor uns haben, zeigt auch die Tatsache, dass zB die Umtextung der österreichischen Bundeshyme einen hysterischen maskulinistischen Furor ausgelöst hat. Es wurde und wird als Skandal angesehen, dass in unserer Hymne jetzt auch wir Töchter Österreichs erwähnt werden. So ein Furor ist in höchstem Maße respektlos und vor allem unnötig - ich kann wirklich nicht verstehen wo das Problem ist, uns Frauen zu erwähnen. Dafür ist es ist mir kein Rätsel woher der Wind weht: wir befinden uns mitten in einer Zeit des Frauenhasses, in einer Zeit des Backlashes, in der jede Entwicklung, jedes Engagement hin zu Gleichberechtigung und Gleichstellung als Affront gegen die Männlichkeit(en) angesehen werden - wir waren frauenrechtlich gesehen in Teilen schon mal weiter. In erster Linie geht das von Männer aus, die kein Selbstvertrauen haben, die Angst vor Frauen sowie allgemein vor Veränderungen haben, die zB das Gefühl haben, dass sie bei ihren Scheidungen über den Tisch gezogen wurden (gekränktes Ego) usw. Sie nennen sich "Männerrechtler" und halten sich durch die weibliche Emanzipation für unterdrückt und entrechtet. Sie sind zu blind, stur/verbohrt und verbittert, um zu erkennen, dass die Emanzipation auch für sie selbst und die gesamte Gesellschaft ausschließlich positive Auswirkungen hat.
Wie wir sehen, hängt alles zusammen.
Leider steigen auch viele Frauen darauf ein, sind patriarchal konditioniert, merken das gar nicht, und/oder sind Stolz, quasi Antifeministinnen zu sein - dabei verbrüdern sie sich leider mit den Falschen, denn freiwillig geben so gut wie keine Männer ihre uralten Machtpositionen und Privilegien auf, was auch diesen Frauen selbst schadet, was ihnen nicht klar zu sein scheint. Und wenn man es ihnen sagt, glauben sie es nicht. Manche dieser Frauen wollen zurück an den Herd das Heimchen spielen, viele Kinder bekommen und sich damit voll und ganz ihrem "Ernährer" ausliefern (das ist kein Pamphlet gegen Ehe und Kinderkriegen!). Wohin das führt, merken sie spätestens nach der Scheidung, so sie kommt, oder in der Pension, wenn sie entweder in die Mindestsicherung oder in die Mindestpension plumpsen, oder sich ihr gekränkter Ex mit Händen und Füßen dagegen wehrt, Alimente zu zahlen - oder er zieht auf Gedeih und Verderb vor's Gericht.


Das gegenwärtige Wiedererstarken männlicher Werthaltungen und traditioneller Rollenbilder geht einher mit Xenophobie, Nationalismus, Sexismus und Sozialabbau, mit dumpfem Populismus und Provinzialismus, mit Militarismus und der Aushöhlung von Rechtsstaatlichkeit.
(Johanna Dohnal, Auftaktmatinee zu 16 Tage NEIN zu Gewalt an Frauen, 25.11.2001, Schauspielhaus Wien)

Man kommt sich heutzutage gut und toll vor, wenn man von Gender-Studies oder Gender Mainstreaming (von Gendermedizin ganz zu schweigen) absolut keine Ahnung hat, aber laut hinausschreit wie Scheiße, ideologisch, gefährlich und artifiziell das alles sei. Das nennt sich antiwissenschaftliche Arroganz bzw. Antiintellektualität, gepaart mit dem oben erwähnten riesen Backlash in punkto Religiosität oder traditionell-konservativer Rollenbilder. Und logischerweise steckt auch hier viel Sexismus bzw. Frauenhass dahinter.
Es wird uns Feministinnen eine Ideologisierung von Wissenschaften vorgeworfen, mit der ein ganzer (interdisziplinärer) Wissenschaftszweig (oftmals gleich alle Geisteswissenschaften) lächerlich gemacht und denunziert werden soll, ohne dass man sich jemals näher damit befasst hätte - das passiert intensiv in diversen Onlineforen, Twitter, Facebook, der FPÖ, der AfD usw., also wo eigentlich nicht. Alles was nicht empirisch messbar ist, gilt heutzutage viel zu schnell als unwissenschaftlich und/oder ideologisch. Auch hier macht nicht-Wissen Angst, wie in vielen andern Gebieten ebenfalls.

Das dritte Problem sind die Pseudofeministinnen rund um die Sexarbeits- und Kopftuchlobby, die uns FeministInnen in Verruf bringen. Leider wissen die meisten Menschen nicht, dass es mehrere Strömungen im Feminismus gibt, oder es interessiert sie gar nicht, sie werfen uns alle in einen Topf. Wobei dieser Pseudofeminismus eigentlich keine Strömung ist, sondern schlicht und einfach destruktiver Schwachsinn. Denn wenn jemand Prostitution als kapitalistische Sexarbeit verklärt und die weibliche Verhüllung als Ausdruck von Freiheit, dann stimmt etwas nicht.


Also lasst uns wehrhaft und standhaft bleiben!



Auf wen ich in sprachwissenschaftlicher Hinsicht immer gern verweise ist
  • Luise F. Pusch, wahrscheinlich die Pionierin im deutschen Sprachraum schlechthin, mit ihrer Seite fembio 


Weiterführende Links:

Mittwoch, 22. März 2017

Über Religiöse Symbole

Und da ist sie wieder (März 2017), die ewige leidige "Diskussion" rund um religiöse Symbole - diesmal geht es um Angestellte/Beamte im Staatsdienst sowie um die Symbole in Schulen und Gerichtssälen: wer darf wann und wo ein religiöses Symbol tragen. Und natürlich ist der Stein des Anstoßes wieder mal das muslimische Kopftuch: aufgrund einer Entscheidung des EUGH darf ein Arbeitgeber all seinen MitarbeiterInnen das Tragen religiöser Symbole verbieten. Die klagende Partei war natürlich eine von der islamistischen Verhüllungslobby unterstützte Muslima, die darauf bestand, auch am Arbeitsplatz ihr Fetzerl tragen zu dürfen. Jetzt, nach dem Erkenntis, sind es auch einzig und allein (radikal-)islamische Organisationen (ATIB, DITIB, UETD, IGGiÖ, DIYANET usw. usf), die von Diskriminierung schreien. In meinen Augen ist das Alles ein unwürdiges und lächerliches, vollkommen durchschaubares Kaschperltheater, jeder Religion, die sich selbst ernst nehmen möchte, unwürdig. Als Muslima würde ich mich für solche Aktionen schämen.

Ich persönlich bin angesiedelt zwischen Atheistin und Agnostikerin und für einen laizistischen Staat. Daher kann ich diese Weinerei der verschiedenen Religionsgruppen, die um ihre Einflüsse fürchten, nur bedingt nachvollziehen (ihre Schäfchen gehen ja trotzdem noch in ihre Kirchen, Moscheen, Synagogen, Tempel...). Ich verstehe aber, dass sich Religionen noch immer als Mittelpunkt der Menschheit sehen, denn das tun sie seit ihrer Erfindung und haben bis heute nur wenig dazugelernt oder sich verändert. Sie sehen sich als Erlösungs-Heils-Bringer und fürchten ihre Entmachtung, wenn ihre Symbole nicht mehr allgegenwärtig sind. Dabei sind sie früher für sehr lange Zeit so weit gegangen, dass sie sich massiv bekriegt haben und die Menschen der jeweils anderen Konfession nicht nur unterdrückt, sondern sogar getötet. Das ist bis heute nur noch in manchen Regionen der Welt der Fall, etwa dort wo ein brutaler Islam/ismus HERRscht - daher geht es mir in erster Linie um ein Verbot der islam/istischen Verschleierung, von Hidschab über Niqab bis Burka. So ein Verbot wäre mehr als Symbolpolitik. Siehe dazu meine Posts Über das muslimische Kopftuch und seine politischen Folgen und Über die weibliche Verhüllung Es ist aber prinzipiell begrüßenswert, wenn auch das Tragen aller anderen religiösen Symbole verboten werden darf.


Es geht um Macht


Die Religionen außer dem hardcore-Islam/ismus haben sich größtenteils beruhigt (wiewohl es leider noch vor allem in den USA fundamentalistische christliche Kirchen = "Katholiban" gibt), wobei beim essenziellen Thema Frauenrechte noch immer sämtliche Religionen versagen (interessant ist, dass zB in der katholischen Kirche Frauen vor 2000 Jahren mehr partizipieren "durften" als heute und den verrückten Zölibat gab es ebenfalls nicht; auch im Islam waren Frauen früher freier als heute). Ich sehe das als größtes Probleme der Jetztzeit, denn ohne uns Frauen, der Mehrheit der Weltbevölkerung, wird sich die Erde nie verändern und sich nie in eine bessere Welt verändern lassen (was wir doch alle wollen). Religionen werden ohne uns Frauen weiterhin in ihren Dogmen steckenbleiben (was sie möglicherweise sogar wollen). Wir dürfen dabei nicht auf die Einladung der Männer/Patriarchen warten, denn diese wird - seien wir uns ehrlich - nie oder erst in 100 Jahren kommen. Wir müssen kämpfen, vor allem gegen die Unterdrückung durch Religionen und ihren Spießgesellen. Daher bin ich für die Entfernung aller religiösen Symbole aus der Öffentlichkeit, denn diese sind Zeichen der Frauenfeindlichkeit.
Intermezzo: Am Besten wäre die Entfernung des Religionsunterrichts aus den Schulen - als hochwertigeren Ersatz bin ich für die Einsetzung eines allgemeinen Ethikunterrichts.
Die Unterdrückung der Frau ist ein uraltes traditionelles System, egal unter welchem Deckmantel, mit dem sich Männer seit Jahrtausenden an der Macht halten. Die Diskussion um Frauenrechte, in allen Bereichen, gibt es erst seit es die ersten Frauenrechtlerinnen (Olympe de Gouges) bzw. den Feminismus gibt, von dem sich natürlich alle Männer bedroht fühlen, denen es an Selbstbewusstsein mangelt und die wissen, dass sie nur aufgrund ihres Geschlechts ihre Position bekommen haben. Dazu zählen zB die Führer der Religionen sowie die meisten "Führer", Despoten, Kriegsherren der Länder dieser Erde. Viel zu viele Männer sind nur aufgrund ihres Pimmels und aufgrund von "Männersolidarität"/Männerseilschaften/Habererpartien in ihrer derzeitigen Position. Die Welt und die gesamte Menschheit lässt sich durch die Unsichtbarkeitmachung der Frau viel Kraft und Wissen entgehen.
Nota bene: Nicht erst seit dem Erstarken des Islams in Europa bzw. der damit einhergehenden Islamisierung (siehe zB diese KopftuchlobbyistInnen) ist ein besorgniserregender reaktionärer Rückfall aller Konfessionen in Europa zu beobachten - es strömen immer mehr ultrakonservative Christen auf die Straßen und versuchen Einfluss auf alles Mögliche zu erhalten (zB Lehrpläne). Auch das ultraorthodoxe Judentum kämpft vermehrt um die Unsichtbarmachung von Frauen.
Wie würde eine Welt ausschauen mit Frauen an der Spitze der Religionen - gäbe es Religionen dann überhaupt? Was haben Religionen für einen Sinn? Sind sie wirklich nur eine Art Droge für verunsicherte oder verzweifelte Menschen, die auf ein Leben nach dem Tod hoffen?
Einen Punkt möchte ich am Schluss noch erwähnen: den unglaublichen Reichtum vieler Religionen sowie deren Privilegien, vor allem jene der katholischen Kirche. Der Staat schaut auch hier weg.


Religionen haben noch immer viel zu viel Macht 
und Einfluss und die Politik kuscht brav.
Lasst uns diesen Misstand gemeinsam verändern!



Aktualisierung 30.4.: der österreichische Bundespräsident van der Bellen hat sich in befremdlicher Art und Weise mit Kopftuchträgerinnen "solidarisiert" und gemeint:
"Und wenn das so weitergeht bei dieser tatsächlich um sich greifenden Islamophobie, wird noch der Tag kommen, wo wir alle Frauen bitten müssen, ein Kopftuch zu tragen. Alle, als Solidarität gegenüber jenen, die es aus religiösen Gründen tun." - Dieses Statement, diese Weisheit, war die Antwort auf die Frage, wie er sich gegen vorangegangene Übergriffe auf muslimische Frauen mit Kopftuch positionieren werde (die es leider sicherlich gibt).
Als Antwort hat er beispielsweise einen Brief von Menschen- bzw. Frauenrechtlerinnen rund um Mina Ahadi und Zana Ramadani erhalten, in dem sein (sexistischer) Kulturrelativismus, was das Kopftuch betrifft, kritisiert wird bzw. in dem ihm erklärt wird, wie Frauenrechte, Sexismus usw. mit der islamischern Verhüllung zusammenhängen und wer wirklich Unterstützung und Solidarität benötig.
Hier der Link zum Brief: http://www.theeuropean.de/zana-ramadani/12157-offener-brief-an-van-der-bellen.
Ein zweiter Brief kam von der liberalen Türkischen Kulturgemeinde Österreich.
VanderBellens Aussage wird nun von einigen als "Ironie" verklärt (diese Leute haben nicht verstanden, was Ironie ist). In Presseaussendeungen verlieren sich er und sein Team in den üblichen Allgemeinplätzen.
Schade, denn ich habe ihn gewählt - bin aber auch jetzt absolut gegen seinen Rücktritt. Möge es sein erster und letzter Fehltritt gewesen sein.

Hier noch der Link zu einer preisgekrönten Reportage über islamische Parallelwelten: Generation Haram

Montag, 13. März 2017

Über Transidentität

Ein Thema, das besonders in den sozialen Medien immer öfter aufgegriffen wird, da es immer öfter im Fernsehen und in Filmen vorkommt, ist Transidentität (TI). Man spricht über TI und Transpersonen, hat aber meistens keine Ahnung davon und kennt keine Betroffenen. Was ja erstmals nichts Schlimmes ist. Schlimm wird es erst, wenn nichts hinterfragt wird, sondern gleich verurteilt und verspottet. Am Grauslichsten und Verletzendsten, ja richtig menschenverachtend, können die Hassexzesse diverser TERFs sein (Trans Excluding Radical Feminists). Manche TERFs verbieten Transpersonen lächerlicherweise sogar, feministisch zu sein bzw. sich so zu bezeichnen, oder leugnen, dass die Möglichkeit feministischer TS überhaupt existieren könnte. TERFs sind gefühl- und empathielose Personen, auf die ich nicht länger eingehen möchte.

Ich beschäftige mich in erster Linie mit "Mann zu Frau"-Transgendern, "Frau zu Mann"-Transgender kenne ich leider keine.
Die Gründe für die Angst vor, die Feindseligkeiten sowie den Hass gegen (ehemalige) Transgenderpersonen sind:
  • Biologismus – also das sture Bestehen auf den genetischen Aspekt von Sex und Gender, und damit einhergehend die Leugnung der sozialen Aspekte von Sex und Gender; die BiologistInnen verwenden etwa gerne das Wort „Gendergaga“, mit dem sie die sozialen Aspekte von Geschlecht verteufeln und lächerlich machen wollen. Damit einher geht die Herabwürdigung von Gender Studies sowie Gender Mainstreaming, was nahtlos übergeht in die Herabwürdigung aller Geisteswissenschaften (Stichwort Antiintellektualität – siehe dazugehöriger Blogpost). Hierher gehört auch der Vorwurf mancher TERFs, Transfrauen hätten nie eine weibliche Pubertät erlebt und wären Männer mit Muschi. 
  • Dieser Biologismus ist für mich eine Art Rassismus von „Cismenschen“ gegen „Transfrauen“, denn es geht hier in erster Linie um den Chromosomensatz von Menschen. 
  • Als drittes gibt es eine Art Überlegenheitsdenken, Überlegenheitsgefühl bzw. ein Gefühl/Gedanke von Superiorität der „echten“ Frauen gegenüber den „unechten Transfrauen“. Das führt sowohl im Netz als auch in der realen Welt außerhalb des Internets zu massivem Mobbing – Mobbing scheinbar vielfach von Angst motiviert und genährt: Angst etwa vor dem Verlust des alleinigen Status Frau-Sein. Bestimmte Frauen fürchten, sie müssten ihr Frau-Sein in Zukunft mit "unwürdigen" Transpersonen "teilen" - ich halte das für absurd. Hierher gehört auch der Gedanke einer Exklusivität von so genannten Frauenräumen („Women only Spaces“), in dem sich nur Cisfrauen aufhalten dürfen (es gibt allerdings viele Transfrauen, denen es niemand ansieht, dass sie nicht als Cisfrau geboren wurden). Und zuletzt ist es die simple Angst vor dem Unbekannten, denn Transsexualität ist wie erwähnt ein so genanntes Rand- und Nischenthema, das man lieber verteufelt denn dass mensch sich damit beschäftigt. Das betrifft Männer genauso wie Frauen.

Zum Biologismus: Viele HasserInnen vergessen oder übersehen (vorsätzlich), dass die Transperson sicher keine angenehme Pubertät erlebt hat und es sicher nicht lustig war, im falschen Körper zu stecken bzw. wurde ihnen das falsche Geschlecht zugewiesen, während Barthaare oder Brüste wachsen. Viele Transgender haben in ihrem Erwachsenwerden einen Horror erlebt (zB werden angespuckt), den Cisfrauen nicht einmal erahnen können. Wobei einge, vor allem junge Transsexuelle, ihre eigenen Art der weiblichen Pubertät erleben.

Die Selbstmodrate 
unter Transidenten/Transgendern ist aufgrund aller erwähnten Faktoren überdurchschnittlich hoch!


Für einige hört die Transidentität auf (wenn man das so sagen kann; bzw. als ICD-10-"Krankheit"), wenn der Mensch die Personenstandsänderung hinter sich hat sowie die geschlechtsangleichende Operation. Viele Transgenderpersonen begreifen übrigens ihre falschen Geschlechtsmerkmale als Behinderung, die man überwinden kann.
Viele Uninformierte sprechen von "Geschlechtsumwandlung", was vollkommen falsch ist. Es ist eine Geschlechtsangleichung, vom falschen Körper in den richtigen. Genetik spielt (hier) überhaupt keine Rolle.


Zwei Forderungen werden erhoben:
  1. Die Krankenkassen müssen sämtliche Kosten für die erzwungene Psychotherapie übernehmen, sowie alle Kosten für die weiteren verlangten psychologischen und psychiatrischen Gutachten.
  2. Längerfristig geht es auch darum, dass Transsexualität nicht mehr als Krankheit angesehen wird, also aus dem ICD-10 rausgestrichen wird, bei gleichzeitiger Beibehaltung des Kostenersatzes für die geschlechtsangleichende Operation - klingt nach Rosinenpickerei, ist aber essenziell notwendig, um die Selbstmordrate unter Transgendern zu reduzieren.


Transsexuelle sind Menschen wie wir alle, wir brauchen keine Angst vor ihnen zu haben, 
sie sind im falschen Körper zur Welt gekommen. 
Viele von ihnen sprechen und informieren gern über ihre Vergangenheit, 
reden wir mit ihnen und hören wir ihnen zu!



Es gibt einige Organisationen, die Transpersonen helfen, etwa Tabera oder Trans-X in Österreich (bitte googeln).


http://www.spektrum.de/news/was-hilft-transsexuellen-kindern/1434053 (sehr interessanter Artikel zum Thema transsexuelle Kinder, was ähnlich auch Erwachsene betrifft)